About

Katrin Rothe ist eine Autorin und Regisseurin preisgekrönter Filme. Sie verbindet Animationsfilm mit anderen Formaten. Dabei geht es ihr um gute Recherche, und Nähe zu den Menschen, die sie porträtiert.

Ihr Fernsehdebüt "Dunkler Lippenstift macht seriöser", ein 60minütiger Dokumentarfilm, begleitet zwei Hochschulabsolventinnen auf Jobsuche. Er lief auf zahlreichen Festivals und wurde 2004 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.

CV Biographie & Filme

Ihr Dokumentarfilm BETONGOLD zeigt Wohnungsbesichtigungen mit Kaufinteressenten einer bewohnten Mietwohnung in Berlin Mitte. Der Film bekam den Adolf-Grimme-Preis 2014, den 3Sat Dokumentarfilmpreis für die beste deutschsprachige Dokumentation und den Journalisten-Preis "Der lange Atem".

2017 kam ihr historischer Animationsfilm über die Russische Revolution aus Sicht beteiligter Künstler in die Kinos. Eine Festivaltour um die Welt folgte. Ein Making of des Films, der durch seine ungewöhnliche Machart auffiel, war im Ilmin Museum of Modern Art Seul, im Animatorium Zürich und bei Trickywoman Wien 2018 zu sehen. 2019 widmete ihr das DIAF - Deutsche Institut für Animationsfilm - eine Ausstellung in den Technischen Sammlungen Dresden.

Schon sehr früh lotete sie die erzählerischen Möglichkeiten von Animationsfilm aus: In "Was tust Du eigentlich...?" visualisierte sie Vox Pop Interviews mit Collagen-Trickfilm, damals etwas völlig Neuartiges im TV. Im Spielfilm "Die Ex bin ich" taucht der Hausbesetzer Bert, der sich gerade das Leben genommen hat, in Flashbacks als Trickfilmfigur auf. Bei der Reisedokumentation mit Kurt Krömer und Steffen Möller gab es neben Info-comedy viel Wissenswertes über Polen in Animationsblöcken. Für ihre Doku-Reihe "Stellmichein", die sie gleich nach ihrem Fernseh-Debut realisieren konnte, bekam sie schon 2007 den Adolf-Grimme-Preis für den Mix aus szenischer Dokumentation und Animationsparts für das, was die Kamera nicht filmen kann.

Katrin Rothe studierte Experimentelle Filmgestaltung an der Universität Künste Berlin und Fine Art Video am CSM London.


Wie ich auf die Idee gekommen bin, einen Film über John Heartfield zu machen.

Der Graphiker John Heartfield hat mit Bildern die Lügen der offiziellen Hitler-Propaganda entlarvt, und wurde zu einem gefürchteten Gegner der Nazis. Er hat in seinem Leben viel riskiert. Diesen Mut bewundere ich. Ich gestalte mit meinen Filmen ebenfalls die Welt neu, zumindest ein kleines Stück davon.

John Heartfield erfand den Buchschutzumschlag aus Papier, und ließ diesen mit Fotos bedruckten, damit sich Bücher besser verkaufen. Später perfektionierte er die satirische politische Fotomontage. Er nutzte neue Medien, um seine Bilder zu verbreiten. Damals war das die AIZ, die Arbeiter Illustrierte Zeitung, ein Blatt mit Millionenauflage. Er arbeitete Später trotz Verfolgung weiter, auch im Exil.

Seine Bilder aktueller sind aktueller denn je und ich habe das Gefühl, dass wir viel von ihm lernen können. So entstand meine Idee, einen Film über ihn zu machen. Über die letzten fünf Jahre (so lange habe ich an dem Film gearbeitet) war es für mich spannend, tief in Heartfields Leben zwischen seinem Beruf, seinen Idealen und seinem Netzwerk einzutauchen. Gerade auch als Frau. Wie hat er gearbeitet? Wer waren seine Unterstützer? Woher hat er diesen unglaublichen Mut genommen?

So kam die Idee hinzu, Heartfields Leben aus heutiger Perspektive mit der Graphikdesignerin Stephanie zu erzählen. Sie ist unzufrieden, voller Selbstzweifel und möchte ihren Job am Liebsten hinschmeißen. Wie sie verlieren gerade doch viele Menschen den Mut, sich für ihre Ideale einzusetzen, oder sind kurz davor.

Ich freue mich sehr, meinem ungewöhnlichen Film über diesen Ausnahmekünstler nun zu zeigen. Er wird nun auf internationalen Filmfestivals zu sehen sein und Ende des Jahres, Anfang kommenden Jahres im Kino.

Trailer

Wie alles angefangen hat

Schon als Kind wollte ich gerne die Welt retten. Doch ich wußte nicht wie, und ich habe mich machtlos und allein gefühlt. Ich konnte deswegen oft nicht einschlafen und habe zwei Sachen für mich entdeckt. Mir Geschichten erzählen, um einschlafen zu können und das Zeichnen, um mit der Welt klar zu kommen. Ich wäre jedoch nie auf die Idee gekommen, mit Zeichnungen Geschichten zu erzählen.

Die Kunst der Animation fasziniert mich, seit ich sie 1992 im Studium das erste mal ausprobierte. Diese Freude erleben wir auch heute oft im Team, wenn ich mit den besten Zeichnern Europas an einer Szene arbeite. Wenn ein Stück Papier sich plötzlich von allein bewegt, oder eine Zeichnung lebendig wird, überträgt sich die Faszination, die wir dabei spüren, auch in den Film. Und daran möchte ich meine Zuschauer teilhaben lassen.

Mit der Themenwahl meiner Filme bin ich oft sehr visionär. Zum Beispiel 2003 Generation Praktikum (DUNKLER LIPPENSTIFT MACHT SERIÖSER) oder Wohnungsnot 2012 (BETONGOLD). Das waren klassische Dokumentarfilme mit einzelnen Animationsszenen, die zeigten, was die Kamera nicht filmen konnte. Es kam auch Humor in die ansonsten recht ernsten und trockenen Themen. Als ich gemerkt habe, ich kann mit meinen Geschichten meinem Publikum etwas in die Hand geben, was ihnen hilft, Probleme des Alltags zu lösen, war das ein wunderbares Gefühl. Ich kann ihnen mit meiner sehr persönlichen Sicht auf die Welt und mit meiner Art Filme zu machen sagen: Du bist nicht allein.

Mein Erfolg ist, dass diese Filme mit meiner speziellen Sicht auf die Welt und dieser besonderen Machart überhaupt entstehen und beim Publikum gut ankommen. Ich reise mit ihnen durch die Welt, sie laufen im Fernsehen und sie bekommen Preise.

John Heartfield lies er sich von Varieté, amerikanischer Reklame und Puppentheater inspirieren. Er mixte Genres und überlegte, auf welche Weise Kunst den nahenden Weltkrieg abwenden kann. Er hat dafür viel riskiert. Er scheiterte, konnte das Drama des zweiten Weltkrieges nicht verhindern. Er war mehrfach auf der Flucht, oft unter Einsatz seines Lebens. Doch er behielt seine Gestaltungsfreude und seinen Idealismus bis ins hohe Alter. Um ihn wortwörtlich in unsere heutige Zeit zu holen, habe ich ihn als mittels Animationsfilm lebendig werden lassen. Eine realistische Biografie trifft auf Magie.

Ich lade meine Zuschauer ein, im Kino 90 Minuten mit Heartfields Biografie inne zu halten. So wie Stephanie im übertragenen Sinne, mal wieder Schere und Papier in die Hand zu nehmen und durch die Gespräche mit dem Ausnahmekünstler Mut und Kraft tankt.

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Katrin Rothe, 6.6..2023


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Filme online:

1917 - der wahre Oktober (90 min, VOD, 4,32€) Untertitel: Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Koreanisch, Kroatisch, Portugiesisch
Betongold auf Sooner
(52min) oder youtube.com (44 min)
Wildwest im Thälmannpark (45min) auf vimeo.com oder rutube.ru
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, die Mainzer wird geräumt" (45min, VOD, 2,99€, pantaflix)
Die Ex bin ich (90min, 2,99€, vimeo)
Was tust Du eigentlich? (4x3min, Vimeo)
Dunkler Lippenstift macht seriöser (60min, Vimeo)

Kurzfilme / Shorts online:

Meine Wende, unsere Einheit (5/11) (6 Min, zdf)

English / English Subtitles:

1917 - The real October (90 min, VOD, 2,99€) Subtitles: english, french, russian, spain, korean, croatian, portuguese
Concrete Gold - How the financial crisis fluttered into my livig room" , (52min, vimeo.com)
What Do you do...? (4x3min, Vimeo)

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